#365 / 108 Wuhletal-Wanderweg

 

Viel wandern macht bewandert.
Peter Sirius

Sonne satt, ja, da wird heute mal wieder gewandert.
Mein Entschluss kam ziemlich spontan und ganz sicher bereite ich mich das nächste Mal auch wieder besser vor 🙂 OK, eigentlich wollte ich (nur) zum Kienberg, aber wenn die Bahn nur bis Kaulsdorf-Nord fährt… muss man auf die nächste warten …oder kann man auch schon in Wuhletal aussteigen und das Stück laufen…
und dabei die „andere Seite“ von Marzahn entdecken.

Nun stand ich also da, mit der (für eine Wanderung eigentlich zu schweren) Kameraausrüstung und natürlich hatte ich eine Kopfbedeckung und Wasser vergessen …
…und entschied mich trotzdem für’s Wandern.

Ein Wegweiser am Bahnhof verwies gleich auf den Wuhletal-Wanderweg.
Es ist die Nummer 14 der Liste der 20 grünen Hauptwege Berlins.

Das Wuhletal ist ein Relikt der letzten Eiszeit. Es ist als eine Schmelzwasserrinne vor etwa 10.000 Jahren entstanden und erstreckt sich vom Quellgebiet der Wuhle bis zur Mündung des Flusses in die Spree.
Der Wanderweg führt dabei über knapp 16 km von Ahrensfelde nach Köpenick.

Der Bahnhof Wuhletal liegt ziemlich in der Mitte und ich nahm die Route nach Ahrensfelde.
Es ist ein gut ausgebauter Weg, der durchaus auch für Rollstuhl, Fahrrad und Kinderwagen geeignet ist.

Links liegt erst einmal der Wuhlgarten und das ehemalige Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus, rechts der Karpfenteich.
Ein Graureiher lauert hier versteckt auf einem Ast, ein Blässhuhn und zwei Stockenten begrüßen mich…
Überhaupt scheint es hier eine reiche Vielfalt an Flora und Fauna zu geben. Überall piepst und trillert es. Zwei Eichelhäher sitzen nahe am Weg … bis ich die Kamera auf sie richte…

Mein Weg führt immer an der Wuhle entlang (auch wenn man sie oft nur erahnen kann hinter all dem Grün). Aber auch Wegweiser an jeder Weggabelung machen es unmöglich sich zu verlaufen.
Die Cecilienstraße kann man unterqueren und nun läuft kann ich auch die Wuhle wieder sehen, die ich nun rechts habe. Bald sehe ich auch schon den Wolkenhain und die Seilbahn in der Ferne.

Vorbei am Wuhleteich und unter dem Wuhlesteg hindurch, der voriges Jahr zur IGA gebaut wurde. Eigentlich umrunde ich jetzt das ehemalige IGA-Gelände bis zur Eisenacher Straße.

Auf der anderen Seite geht der Wanderweg weiter auf der Grenze zwischen Marzahn und Hellersdorf. Trotzdem kann man sich hier inmitten von Wiesen und Bäumen nicht vorstellen mitten in einer Plattenbausiedlung zu sein.
Das sieht man erst wieder, wenn man an der Landsberger Allee angekommen ist. Aber auch hier muss man nur die Straße überqueren und schon geht es weiter in der Natur.

Jetzt verlasse ich den Wuhletal-Wanderweg und gehe den linken Weg in die Ahrensfelder Berge. Schade, dass ich das Wasser vergessen habe … ist schon ganz schön anstrengend, auch wenn es ganz langsam und nur 110 Meter hinauf geht.

Die Ahrensfelder Berge sind die höchsten Erhebungen in der näheren Umgebung und bieten eine gute 360-Grad Aussicht. Von hier aus lassen sich ein großer Teil von Berlin und Brandenburg ungestört beobachten.
Im Osten sieht man viele Felder, Wälder und vereinzelt einige Windräder die zur Stromgewinnung verwendet werden. Wer in die westliche Richtung schaut, sieht einen großen Teil Berlins von den Hochhäusern in Marzahn-Hellersdorf bis zum Fernsehturm in Berlin-Mitte und bei klarer Sicht noch viel weiter.Irgendwie ist es etwas diesig und die Sicht heute nicht so klar.

Den „Abstieg“ mache ich dann über einen steilen Trampelpfad und treffe wieder auf den Wanderweg.

Eigentlich hätte ich jetzt nach links gemusst in Richtung Falkenberg … aber so langsam hatte ich echt Durst. Also noch ein Stück gerade aus … vorbei an den Schottischen Hochlandrindern, Eichepark und Wuhletalwächter (ein Kletterfelsen) ging es zurück in die Stadt und (nach einem Besuch im Aldi) von der Havemannstraße mit dem Bus nach Hause.

Mein Fazit: Ein toller Wanderweg, der sich gelohnt hat und ganz ehrlich: Wenn ihr die Bilder anseht, das ist doch alles Andere, als das Klischee von Marzahn 🙂

 

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